MORe arbeitet mit wenigen, aber belastbaren Artefakten. Entscheidend ist nicht die Menge der Dokumentation, sondern die Nachvollziehbarkeit des Zusammenhangs.
In MORe ist nicht nur das Artefakt relevant, sondern seine Verbindung zu den anderen Artefakten.
Grundsatz
Dokumente werden nicht geführt. Sie werden aus geführten Informationen erzeugt.
Ein erzeugtes Dokument ist nicht das Artefakt. Es ist lediglich eine Sicht auf das Artefakt – eine Publikationsform zu einem bestimmten Zeitpunkt, jedoch nicht der Arbeitsgegenstand selbst.
Anforderungs-Backlog
Das Anforderungs-Backlog sammelt und priorisiert alle bekannten Anforderungen. Es schafft Transparenz darüber, welche Anforderungen existieren, welchen Status sie haben und welche als nächstes bearbeitet werden.
Planung
Die Planung verbindet Anforderungen mit ihrer zeitlichen Umsetzung.
Sie macht transparent, welche Anforderungen in welchem Requirement Cycle, Sprint, Release oder Meilenstein bearbeitet werden sollen und wird kontinuierlich an neue Erkenntnisse angepasst.
Planung ist in MORe kein einmaliges Projektereignis, sondern ein fortlaufender Prozess.
Story Map
Die Story Map ordnet Anforderungen entlang von Nutzerwegen, Geschäftsprozessen oder fachlichen Abläufen. Sie hilft, Zusammenhänge zu erkennen und Anforderungen nicht isoliert zu betrachten.
Use Cases
Use Cases beschreiben, wie Nutzer, Systeme oder Rollen mit einer Funktion interagieren. Sie machen fachliche Abläufe verständlich und helfen, Anforderungen aus konkreten Anwendungssituationen abzuleiten.
Modelle und Diagramme
Modelle und Diagramme visualisieren Prozesse, Datenflüsse, Schnittstellen oder fachliche Strukturen. Sie reduzieren Missverständnisse und unterstützen ein gemeinsames Verständnis zwischen Fachbereich, Requirements Engineering und Entwicklung.
Definition of Ready
MORe® verwendet eine schlanke Definition of Ready bewusst als Übergangspunkt zur Entwicklung. Sie stellt nicht sicher, dass eine User Story zur Spezifikation wird. Sie stellt sicher, dass eine User Story auf die führende Spezifikation verweist.
Damit verhindert MORe® das verbreitete Missverständnis, dass ein Ticket oder eine User Story den fachlichen Zusammenhang ersetzt. Das Ticket steuert die Umsetzung. Der fachliche Zusammenhang bleibt in der Informationsarchitektur geführt.
Akzeptanzkriterien
Akzeptanzkriterien machen überprüfbar, wann eine Anforderung fachlich erfüllt ist. Sie verbinden Anforderungsbeschreibung, Umsetzung, Test und Abnahme.
Dokumentation
Die Dokumentation hält fachliche Entscheidungen, Annahmen, Klärungen, Änderungen und Nachweise fest. Sie entsteht während der Arbeit an der Anforderung und nicht nachträglich als Rekonstruktion.
Traceability-Link
Der Traceability-Link ist das verbindende Artefakt in MORe.
Er verknüpft Anforderungen mit den zugehörigen Entscheidungen, Modellen, Akzeptanzkriterien, Tests, Abnahmen, Änderungen und Produktionsnachweisen.
Dadurch entsteht Nachvollziehbarkeit nicht durch einzelne Dokumente, sondern durch die belastbare Verbindung zwischen ihnen.
Der Link macht sichtbar, wie aus einem fachlichen Bedarf eine umgesetzte, getestete, abgenommene und produktiv nachweisbare Änderung wurde.